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Sturmschäden am Fenster: Sofortmaßnahmen und professionelle Hilfe

Ratgeber · aktualisiert 2026-08-03

Sturmschaden Fenster

Stürme können erhebliche Schäden an Fenstern verursachen: herabfallende Äste durchschlagen Scheiben, Hagel zerstört Rahmen, oder der Druck deformiert die Verglasung. Ein beschädigtes Fenster gefährdet nicht nur die Sicherheit der Bewohner, sondern auch die Gebäudehülle. Dieser Ratgeber zeigt, was Sie unmittelbar tun sollten und wie professionelle Hilfe den Schaden minimiert.

Sofortmaßnahmen nach dem Sturmschaden

Unmittelbar nach einem Sturm ist Sicherheit die oberste Priorität. Ein beschädigtes Fenster mit herausbrechenden Glassplittern, scharfkantigen Bruchkanten oder instabilen Rahmen birgt Verletzungsgefahr.

  • Bereich absperren: Halten Sie Kinder und Haustiere fern. Betreten Sie die Schadenstelle nur mit festen Schuhen.
  • Grobe Scherben entfernen: Größere Glassplitter vorsichtig mit Handschuhen in einen stabilen Behälter legen. Dachziegel oder Äste sollten Sie ebenfalls sichern.
  • Provisorisch sichern: Eine feuchte Decke oder Folie hinter einem beschädigten Fenster kann vorerst Wind und Regen abhalten – ist aber kein Dauerzustand und kein Sicherheitsersatz.
  • Keine Selbstreparatur: Versuchen Sie nicht, wackelnde Scheiben selbst herauszubrechen oder den Fensterrahmen zu korrigieren. Das verletzt nur und verschärft den Schaden.
  • Fotografieren: Dokumentieren Sie den Schaden aus verschiedenen Blickwinkeln mit dem Smartphone. Diese Bilder sind später für die Versicherung wichtig.

Notsicherung: Schutz bis zur Verglasung

Eine professionelle Notsicherung unterscheidet sich deutlich von Notfallklebeband oder Kunststofftüten. Der Glaser nutzt wetter- und einbruchbeständige Materialien, um die Öffnung bis zur vollständigen Verglasung zu schließen.

Typische Notsicherungsverfahren sind:

  • Verbretterung: Sperrholzplatten werden mit Metallprofilen oder Leisten stabil in den Fensterrahmen eingesetzt. Dies schützt vor Wetter und Einbruch.
  • Spezialfolien: Hochleistungsfolien mit Doppelklebstoff können provisorisch angebracht werden, bieten aber weniger Schutz als eine Verbretterung.
  • Glassicherung: Ist das Isolierglas noch teilweise intakt, aber die Randdichtung beschädigt, kann eine temporäre Abdichtung Kondensatbildung verhindern.

Die Notsicherung ist kein Ersatz für die endgültige Verglasung. Sie schafft Zeit, den richtigen Fachbetrieb zu beauftragen und die Versicherung zu informieren.

Schaden dokumentieren und Versicherung informieren

Die meisten Sturmschäden sind über die Gebäudeversicherung (Wohngebäudeversicherung oder Inhaltsversicherung) abgedeckt. Eine schnelle und genaue Dokumentation beschleunigt den Schadensfall.

  • Schadensursache klar machen: Fotografieren Sie herabgefallene Äste oder Ziegel, die das Fenster getroffen haben. Ein Sturm-Report oder Wetterdaten können die äußere Krafteinwirkung belegen.
  • Schaden detailliert erfassen: Zeigen Sie auf den Bildern die beschädigte Scheibe, den Rahmen, eventuell abgelöste Dichtungen und andere Begleitschäden.
  • Zeitstempel dokumentieren: Notieren Sie das genaue Datum und die Uhrzeit des Schadens. Dies hilft, die Versicherung später nachzuweisen.
  • Versicherer kontaktieren: Melden Sie den Schaden zeitnah und verbinden Sie Fotos mit Ihrer Meldung. Viele Versicherer akzeptieren digitale Schadensberichte.

Fachgerechte Verglasung nach Sturmschaden

Nach der Notsicherung folgt die dauerhafte Reparatur oder der Austausch der Verglasung. Der Glaser prüft zunächst, ob nur die Scheibe oder auch der Rahmen beschädigt ist.

Typische Szenarien:

  • Scheibenschaden nur: Das Isolierglas (Waermeschutzglas) wird mit dem gleichen Falzmaß ausgetauscht. Rahmen und Dichtung bleiben intakt.
  • Rahmen- und Scheibenschaden: Der ganze Fensterflügel oder das komplette Fenster muss erneuert werden. Das ist aufwendiger, aber oft notwendig.
  • Mehrschichtglas berücksichtigen: War das alte Fenster mit Einscheibensicherheitsglas (ESG) oder Verbundsicherheitsglas (VSG) verglast, sollte der Ersatz die gleiche Sicherheitsstufe aufweisen.

Prävention: Sturmschäden minimieren

Während Stürme selbst nicht zu verhindern sind, können Sie einige Maßnahmen treffen, um die Folgen zu mildern:

  • Baumkrone prüfen: Überhangende oder morsche Äste sollten regelmäßig gekürzt oder gefällt werden.
  • Bessere Verglasung: Fenster mit Einscheibensicherheitsglas (ESG) oder Verbundsicherheitsglas (VSG) sind bruchfester. Ein Glaser kann Sie dazu beraten.
  • Fensterläden und Rollläden: Stabileläden bieten zusätzlichen Schutz vor Hagel und herabfallenden Teilen.
  • Gebäudeversicherung kontrollieren: Prüfen Sie, ob Ihre Police auch Sturmschäden ab einer bestimmten Windgeschwindigkeit abdeckt (meist ab Windstärke 8).

Wann Sie den Notdienst anrufen sollten

Ein Sturmschaden am Fenster rechtfertigt sofort einen Anruf beim Glasnotdienst, besonders wenn:

  • Die Scheibe komplett durchbrochen ist oder großflächig fehlt.
  • Der Rahmen sichtbar verformt oder beschädigt ist.
  • Regen oder Wind ins Gebäude eindringen.
  • Die Notsicherung nicht eigenständig möglich ist.
  • Es Dunkelheit ist und die Sicherung schwierig wird.

Der Notdienst organisiert die Notsicherung und klärt in Absprache mit Ihnen die weiteren Schritte – ob Verglasung noch am selben Tag oder am nächsten Arbeitstag. Ihre Versicherung wird von Anfang an eingebunden, falls gewünscht.

Notfallhotline rund um die Uhr: 01579 2829776

Fazit: Schnell handeln, sicher sichern

Sturmschäden am Fenster erfordern Umsicht und schnelles Handeln. Sperren Sie den Bereich ab, dokumentieren Sie den Schaden fotografisch, informieren Sie Ihre Versicherung – und rufen Sie den Glasnotdienst an, um die Notsicherung zu organisieren. Eine fachgerechte Verbretterung schützt Ihr Gebäude bis zur endgültigen Verglasung. So bleibt der finanzielle und sicherheitstechnische Schaden überschaubar.

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Häufige Fragen

01Zahlt die Gebäudeversicherung Sturmschäden am Fenster?+

Ja, Sturmschäden gelten unter Wohngebäudeversicherungen üblicherweise als versichert, wenn die Kraft des Windes die Scheibe unmittelbar beschädigt hat (Windstärke 8 und höher). Herabfallende Äste oder Ziegel, die vom Sturm herabgerissen wurden, sind ebenfalls abgedeckt. Wichtig: Dokumentieren Sie den Schaden und benachrichtigen Sie Ihren Versicherer zeitnah.

02Wie lange hält eine provisorische Notsicherung?+

Eine fachgerecht angebrachte Verbretterung mit Sperrholz und Metallprofilen hält mehrere Wochen bis Monate, abhängig von Witterung und Materialqualität. Sie ist eine temporäre Lösung und sollte durch die endgültige Verglasung ersetzt werden, sobald die handwerkliche Kapazität und Versicherungsabklärung es zulassen.

03Muss ich den Schaden vor der Reparatur der Versicherung melden?+

Es ist sinnvoll, den Schaden zeitnah dem Versicherer zu melden, damit die versicherte Person den Schadensfall dokumentiert hat. Sie müssen aber nicht auf die Freigabe warten, um eine Notsicherung anzubringen – Sicherung hat Vorrang. Die Reparaturkosten können später eingereicht werden, wenn die Versicherung den Schaden genehmigt hat.

04Was kostet eine Notsicherung nach Sturmschaden?+

Die Kosten für eine Notsicherung variieren je nach Größe der Fensteröffnung, Materialwahl und Aufwand. Der Glasnotdienst erstellt am Telefon oder vor Ort ein unverbindliches Angebot. Viele Versicherer erkennen Notsicherungskosten als Teil des Schadensersatzes an – fragen Sie Ihren Versicherer.

05Kann ich nach einem Sturmschaden am Fenster noch Auto fahren oder arbeiten gehen?+

Ein beschädigtes Fenster mit offenen Glaskanten ist unsicher. Wenn es sich um ein Fenster außen handelt, können Sie bedingt noch normal arbeiten, sollten den Bereich aber absperren. Ist es ein Fenster zu bewohnten Räumen, sollten diese Bereiche nicht unbeaufsichtigt bleiben. Bei Sicherheitsbedenken: Notsicherung arrangieren oder dort nicht aufhalten.

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